Brief 2

Lieber Schweinehund

Juhu es ist Wochenende und wir bekommen Besuch.

Freunde, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben, erweisen uns die Ehre, und natürlich bringen sie auch ihre Kinder mit.

Mein Mann hat beschlossen, Abends wird Pizza bestellt und ich dachte so, wir brauchen unbedingt Kuchen. Man will den Gästen auch was anbieten.

Auf unserem Wohnzimmerregal stehen fein säuberlich aufgereiht die Schokonikoläuse, die sich im Laufe der Adventszeit angehäuft haben. Zumindest die, die das ein oder andere Süßigkeitenmassaker überstanden haben. Das heute wäre doch die Gelegenheit wieder zwei oder drei zu schlachten, einzuschmelzen und in  leckeren Brownies zu verarbeiten.

Mmmmh... in Gedanken läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. 

Doch da kam mir das Universum zur Hilfe, just in dem Moment, wo ich mit dem köstlichen Vollfettrezept und drei Nikoläusen auf dem Weg in die Küche bin, reißt mein Reisverschluss an der Lieblingsjeans. Verdammt, das kann doch nicht wahr sein. Meine heiß geliebte Jeans. Ich fluche.

Tochter Nr.1 steht auf der Treppe und lacht. 

"Besser als wenn der Knopf abgesprungen wäre."

"Haha, sehr witzig." Doch mein Kopf sagt mir.

"Liebe Ines, was ist mit deinen Guten Vorsätzen."

Beinahe wäre ich in die Falle getappt, beinahe hätte ich mich auf die Brownies gestürzt, denn wenn sie mal gebacken sind, bleiben sie ja auch nicht stehen.

Tja, ich habe trotzdem gebacken, schließlich darf man zweimal in der Woche ein Maxi, aber zu Mittag gab es nur eine Gemüsesuppe, schon alleine wegen der Pizza (ich habe Salat dazu bestellt 😉) Und die Brownies? Gut, dass es das Worldwideweb gibt. Ich habe mir ein Rezept herausgesucht mit Vollkornmehl, zermanschten Bananen anstatt Butter und es wurde nur ein Nikolaus anstatt drei geschlachtet.